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Unterstützung durch die Fachstellen für pflegende Angehörige

Unterstützung durch die Fachstellen für pflegende Angehörige

Unterstützung durch die Fachstellen für pflegende Angehörige

Unterstützung und Entlastung für den Alltag - ein Interview mit Gabriele Egner-Kopp und Michaela Thiel von den Fachstellen für pflegende Angehörige

Die Fachstellen für pflegende Angehörige stellen sich vor
Im Landkreis Neustadt an der Aisch–Bad Windsheim stehen zwei Fachstellen pflegenden Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben mit Michaela Thiel (Caritas) und Gabriele Engner-Kopp (Diakonie) gesprochen – über typische Herausforderungen, hilfreiche Angebote und die Kraft des Zuhörens. Das Interview führte Josefine Mühlroth vom Zentrum für Pflegeberufe NEA.

Rund 80 % der Pflege findet in Deutschland zu Hause statt – oft durch Angehörige, die neben der Pflege auch den Alltag stemmen müssen. Die Fragen zahlreich, und nicht selten entsteht das Gefühl, allein zu sein. Michaela Thiel und Gabriele Engner-Kopp engagieren sich professionell und menschlich für eine bessere Lebensqualität im Alter: „Wir hören zu, entlasten und geben Orientierung“.

  1. Frau Engner-Kopp (GE), Frau Thiel (MT), welche Situationen erleben Sie in Ihrer Beratung am häufigsten?
    Viele Anfragen drehen sich um Überforderung in der häuslichen Pflege. Zum Beispiel, wenn jemand merkt, dass ein demenzkranker Angehöriger nicht mehr allein bleiben kann – oder wenn eine plötzliche Verschlechterung wie ein Sturz eintritt. In solchen Fällen erarbeiten wir gemeinsam im Gespräch, welche Entlastungsmöglichkeiten es gibt, zum Beispiel durch den Helferkreis oder andere Dienste.
    Oft helfen wir auch beim Sortieren von Fragen wie: „Was ist der nächste Schritt?“ oder „Was muss ich jetzt alles organisieren?“ – dabei geben wir Orientierung und vermitteln passende Hilfsangebote.
    Ein weiteres Beispiel: Angehörige stehen oft vor der Herausforderung, mit verändertem Verhalten bei Demenz umzugehen. Wir bieten dazu Information, Zuhören und emotionale Entlastung – auch durch Gespräche zur Selbstfürsorge und dem Umgang mit dem „schlechten Gewissen“.  Wir empfehlen, frühzeitig mit uns Kontakt aufzunehmen, um passende Hilfsangebote zu finden. Dadurch kann einer Überlastung pflegender Angehöriger vorgebeugt werden.
  2. Wer darf sich an Ihre Fachstellen wenden – und was kostet das?
    Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Jeder im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, der eine pflegebedürftige Person betreut – ob als Angehöriger, Nachbarin oder Freunde – kann sich melden. Beratung ist telefonisch, in der Beratungsstelle oder auch im Rahmen von Hausbesuchen möglich. Eine vorherige Terminvereinbarung ist erforderlich.
  3. Was genau bieten Ihre Fachstellen an?
    Wir informieren über Unterstützungs- und Entlastungsangebote, beraten beim Umgang mit altersbedingten Erkrankungen (insbesondere Demenz), begleiten bei emotionaler Belastung und vermitteln weiter – z. B. an psychologische Fachdienste.
    Ein zentrales Angebot ist der geschulte Helferkreis, der pflegebedürftige Menschen stundenweise zu Hause betreut. Auch eine ehrenamtliche Alltagsbegleitung ist seit 2025 möglich. Die Aufwandsentschädigung kann über die Pflegeversicherung abgerechnet werden.
    Beide Fachstellen (Diakonie und Caritas) bieten dieses Angebot an – gleichwertig im gesamten Landkreis.
  4. Wie können Menschen auf der Suche nach Entlastung im pflegerischen Alltag Kontakt aufnehmen?
  • Caritas-Fachstelle: Michaela Thiel, Tel. 09161/8889-19 oder info@caritas-nea.de
    Mo–Do: 8–15 Uhr, Fr: 8–12 Uhr (andere Termine nach Absprache).
  • Diakonie-Fachstelle: Gabriele Engner-Kopp, Tel. 09161/899523, fachstelle@dw-nea.de
    Sprechstunden in NEA (Mo + Mi) und in Uffenheim (Fr) nach Vereinbarung.
    Informationen finden Sie auch über NeaWiS, die Webseiten der Diakonie und Caritas, beim Landratsamt oder auf der Seite der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken.
  1. Was unterscheidet die beiden Fachstellen voneinander?
    Im Wesentlichen unterscheiden sich die Stellen nur durch den Träger – Caritas und Diakonie. Sie sind gut im Landkreis aufgeteilt und gewährleisten eine breite Erreichbarkeit.
    Beide Fachstellen bieten den Helferkreis an. Bei der Diakonie ist zudem eine Angehörigengruppe in Uffenheim in Planung. Im Oktober/November 2025 findet dort auch wieder eine Schulung für neue Helfende statt.
  2. Was war für Sie ein besonders berührender Moment im Berufsalltag?
    MT: Eine Tochter pflegte ihre Eltern und war stark überfordert. Über eine längere Zeit begleiteten wir sie telefonisch und durch persönliche Gespräche. Gemeinsam fanden wir eine tragfähige Lösung – solche Entwicklungen sind für uns sehr bewegend.
    GE: Besonders schön ist es für mich, wenn ich bei einem Hausbesuch einen passenden Helfer oder eine Helferin vorstellen kann. Die Erleichterung bei den Angehörigen ist groß, wenn sie merken: „Ich kann jetzt wieder etwas durchatmen.“
  3. Was motiviert Sie in Ihrer täglichen Arbeit?
    MT: Kein Tag ist wie der andere. Ich treffe viele verschiedene Menschen mit ihren ganz eigenen Geschichten. Das Zuhören, das Helfen, manchmal auch einfach Dasein – das gibt meiner Arbeit Sinn.
    GE: Der Kontakt mit pflegenden Angehörigen und den Helfenden erfüllt mich. Es ist abwechslungsreich und gleichzeitig sehr sinnstiftend.

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